Holzarchitektur

Holzarchitektur: Leistungsfähigkeit, Ressourcenschonung und Nutzungsqualität in Einklang bringen

Angesichts ökologischer und gesellschaftlicher Transformationen wird die Wahl der Materialien zu einem wichtigen Element der architektonischen Planung. Die Holzarchitektur erweist sich als eine relevante Antwort auf die gegenwärtigen Herausforderungen: Sie vereint Leistungsfähigkeit, Ressourcenschonung und Nutzungsqualität. Ein Ansatz, der auf bewussten, verantwortungsvollen und langfristig ausgerichteten Lösungen beruht.

Holz: Nutzungsqualität und Anpassungsfähigkeit

Ein natürliches und sinnliches Wohlbefinden

Holz bietet einen natürlichen thermischen und akustischen Komfort. Seine Zellstruktur reguliert Temperaturschwankungen. Seine Textur und Präsenz schaffen warme, einladende Atmosphären, die Wohlbefinden, Aufmerksamkeit und Engagement fördern. Im Maison d’Accueil Spécialisée in La Rochelle strukturiert die Holzkonstruktion die Lebensräume und trägt zu einer ruhigen und kontrollierten Atmosphäre bei. Seine thermischen und akustischen Eigenschaften tragen zur Stabilität des Innenklimas bei, was für den täglichen Komfort der Bewohner wesentlich ist. Das Holz, das in den Hauptvolumen präsent ist, bringt eine schlichte und natürliche Materialität ein, die die Lesbarkeit der Räume unterstützt.

Anpassungsfähige und reversible Gebäude

Holzbauten zeichnen sich durch ihre Anpassungsfähigkeit aus. Sie sind leicht zu verändern und können erweitert, aufgestockt, geöffnet oder neu konfiguriert werden, ohne ihre Struktur zu beeinträchtigen, und begleiten so die Entwicklung von Nutzungen über lange Zeiträume hinweg. So unterstützen Gebäude aus Holz den Anspruch, eine wandelbare Architektur zu entwerfen, die zukünftige und sich verändernde Bedürfnisse aufnehmen kann.

Das Projekt Maison de Rodolphe veranschaulicht diesen konstruktiven Ansatz im Holzbau. Das Projekt basiert auf einer Holzstützen‑Träger‑Konstruktion, in die dreidimensionale Module von 15 m² aus CLT eingesetzt werden. Diese Module, die vollständig im Werk zusammengebaut, ausgestattet und möbliert werden, werden montagefertig geliefert. Ihr modulares Konzept ermöglicht nicht nur eine sehr schnelle Umsetzung, sondern auch die einfache Erweiterung der Räume, indem mehrere Module miteinander verbunden werden. Diese Flexibilität bietet eine evolutive und qualitativ hochwertige Wohnlösung, die perfekt auf die Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt ist.

Ein kohlenstoffarmer Baustoff im Zentrum des Wandels“

Holz ist ein zentraler biobasierter Baustoff der nachhaltigen Architektur. Es ermöglicht kohlenstoffarme Bauweisen dank seiner natürlichen Fähigkeit, CO₂ zu speichern, eines verantwortungsvollen Ressourceneinsatzes und energiearmer Verarbeitungsprozesse.
Seine Vorfertigung trägt zudem zu kürzeren und emissionsärmeren Baustellen bei und reduziert somit bereits in der Bauphase Belastungen und Treibhausgasemissionen.

Im Projekt der Schulgruppe Lassagne stellt Holz einen der zentralen Hebel der Low-Carbon-Strategie dar. Es wird sowohl in Holzrahmenfassaden, in Fassadenbekleidungen, in abgehängten Decken aus Holzfaser als auch für die Innenausbauten eingesetzt. Es integriert sich sowohl in die Neubauerweiterungen als auch in die sanierten Bestandsgebäude. Diese Wahl ist Teil eines umfassenden Ansatzes: Begrenzung von Abbrüchen, Aufwertung des Bestands und Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks bereits in der Bauphase.

Dank seiner Eigenschaften als biobasierter Werkstoff und durch Vorfertigungsprozesse ermöglicht Holz eine Reduzierung der mit den Bauarbeiten verbundenen Emissionen bei gleichzeitig hoher Ausführungspräzision. Es trägt somit zu einer kohlenstoffarmen Architektur bei, im Einklang mit dem landschaftlichen Ansatz, der Gestaltung von „Oasenhöfen“ und dem Anspruch an die ökologische Leistungsfähigkeit des Projekts.

Die Interdisziplinarität im Dienst der Holzarchitektur

Die Holzarchitektur erfordert die Kombination zahlreicher Fachkompetenzen: Architektur, Tragwerksplanung, Kostenplanung, Umweltqualität im Bauwesen (QEB), Logistik, Vorfertigung… Die multidisziplinäre Plattform von Patriarche ist ein wesentlicher Hebel, um leistungsfähige, zuverlässige und kontrollierte Holzbauprojekte zu entwickeln.

Drei Konstruktionssysteme

Holzrahmenbau: Leichtigkeit, Präzision und Modularität

Der Holzrahmenbau stellt eine schlanke, präzise und besonders leistungsfähige Bauweise dar. Er ermöglicht eine schnelle Umsetzung, eine hervorragende thermische und akustische Dämmung sowie eine hohe architektonische Flexibilität. Seine Leichtigkeit macht ihn zu einem bevorzugten Partner für Erweiterungen, Aufstockungen oder Eingriffe auf beengten Standorten, während gleichzeitig die Baustellenbelastungen deutlich reduziert werden. Dank seines modularen Charakters erleichtert er die Anpassung der Räume an ihre Nutzungen, fördert die langfristige Wandelbarkeit und optimiert die Vorfertigung.
Dies zeigt sich am Beispiel des CROUS in Straßburg, dem ersten Gebäude in Frankreich mit sechs Geschossen, das vollständig in Holzrahmenbauweise errichtet wurde. Das Gebäude basiert auf der Aneinanderreihung vorgefertigter Module. Konzipiert zur Unterstützung der Entwicklung von dualen Ausbildungsangeboten, beherbergt die Residenz 200 Einzimmerwohnungen à 18 m² für Studierende, Praktikanten, Auszubildende, Lehrende und Gastprofessoren.
Diese Wohneinheiten basieren auf Dhomino®, einem modularen Bausystem, das die Konzeption reproduzierbarer, wettbewerbsfähiger und an lokale Gegebenheiten anpassbarer Wohnlösungen ermöglicht – ohne Kompromisse bei der Qualität.

 

CLT und Brettschichtholz: Höhe, Spannweite und Stabilität

CLT ist eine Technologie, die die Grenzen des Holzbaus erweitert: sehr stabil, widerstandsfähig und so dimensioniert, dass sie große Lasten tragen kann.
Sie ermöglicht die Planung von mehrgeschossigen Gebäuden, robusten öffentlichen Einrichtungen und Projekten mit hoher Nutzungsdichte. Dank der Vorfertigung bietet sie zudem eine hohe Ausführungsqualität bei gleichzeitig verkürzter Bauzeit. Brettschichtholz hingegen ist ideal, um große Spannweiten ohne Zwischenstützen zu realisieren: kulturelle und sportliche Einrichtungen, Atrien, Amphitheater, Werkstätten usw.
Es verleiht eine strukturierende und authentische Ästhetik, die zu einem eigenständigen Bestandteil des Projekts werden kann. Seine Festigkeit ermöglicht die Gestaltung offener und lichtdurchfluteter Räume, in denen die Struktur selbst zur architektonischen Sprache wird.

Bei der Sanierung des Breguet-Gebäudes auf dem Campus Paris-Saclay spielt das zentrale Volumen eine strukturierende Rolle: Seine neue Halle basiert auf einer Holzkonstruktion, die für große Spannweiten ausgelegt ist. Der Einsatz von Brettschichtholz und CLT ermöglicht es, einen großzügigen zentralen Raum zu schaffen, der vielfältige Nutzungen und fließende Bewegungen begünstigt, ohne visuelle Überlastung.
Das Holz behauptet hier eine maßvolle konstruktive Präsenz im Dienst der Klarheit des Volumens und der Nutzungsqualität.

Hybride Strukturen: die intelligente Kombination

Die Kombination von Holz, Beton und Metall ermöglicht es, die jeweiligen Vorteile jedes Materials gezielt zu nutzen, insbesondere zur Erfüllung von Anforderungen wie Brandschutz, thermische Trägheit, akustische Leistungsfähigkeit oder Erdbebensicherheit. Dieser hybride Ansatz bietet eine vollständige Anpassungsfähigkeit, indem er das Projekt auf seine Nutzungsvorgaben, seinen Kontext und seine ökologischen Ambitionen ausrichtet.
Genau diese Logik wurde beim Projekt Cambium angewendet, dessen Planung von einer weitgehend holzorientierten Bauweise geleitet war, um den Einsatz von Materialien mit hoher CO₂-Bilanz möglichst zu reduzieren. Die optimierte Gebäudetiefe von 16 m ermöglicht es, die Holzquerschnitte zu reduzieren, während die verglasten Flächen sowie die Bereiche in Betonkonstruktion bewusst begrenzt wurden.
Diese Strategie des „richtigen Materials am richtigen Ort“ ermöglicht es dem Projekt, eine sehr niedrige CO₂-Bilanz zu erreichen und gleichzeitig wettbewerbsfähige Kosten von 1.700 €/m² (Ausbauzustand Rohbau) zu gewährleisten. Damit wird die Wirksamkeit und Relevanz hybrider Lösungen im Rahmen eines verantwortungsvolleren architektonischen Ansatzes unter Beweis gestellt.

Das Projekt NTN transformiert das historische Industrieareal von NTN-SNR in einen neuen Hauptsitz für NTN Europe, der Büros und Labore im Herzen von Annecy (74) vereint. Als echte Visitenkarte konzipiert, zeichnet sich das Gebäude durch seinen innovativen und ökologischen Charakter aus, dank eines bioklimatischen, effizienten und kohlenstoffarmen Ansatzes.
Dieser Anspruch spiegelt sich in einer hybriden Bauweise wider, die Holz und Beton kombiniert und sowohl den technischen Anforderungen als auch der zukünftigen Entwicklung des Standorts gerecht wird.

Holz zu verwenden bedeutet, sich für eine flexible, verantwortungsvolle, leistungsfähige und nutzungsorientierte Architektur zu entscheiden. Bei Patriarche integrieren wir Holz in einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem jede Entscheidung auf Analyse, Ingenieurdenken und der Suche nach einer tatsächlichen Wirkung beruht.

Credits : ©A3, ©Mohsen Ozlati, ©Patriarche, ©Arnaud Marthouret, ©Patriarche