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Paul-Éluard-Gymnasium

Energetische Sanierung einer groß angelegten Bildungseinrichtung in Saint-Denis.

Das 1965 eröffnete Paul-Éluard-Gymnasium ist eine groß angelegte Bildungseinrichtung inmitten eines 66.700 m² großen bewaldeten Geländes. Heute werden dort 1.670 Schülerinnen und Schüler in neun Gebäuden unterrichtet, die aus mehreren Bauphasen hervorgegangen sind und die architektonischen sowie konstruktiven Ansätze der 1960er- bis 1990er-Jahre widerspiegeln.

Während die ursprüngliche modernistische Architektur – geprägt von klaren horizontalen Linien und einer starken Rasterstruktur – dem Campus eine unverwechselbare Identität verleiht, haben die sukzessiven Erweiterungen und punktuellen Eingriffe im Laufe der Zeit zu einer architektonischen und technischen Heterogenität sowie zu einer Verschlechterung der energetischen Leistungsfähigkeit geführt.

Mit der energetischen Sanierung des gesamten Schulcampus beauftragt, verfolgt das Projekt das Ziel, die Umweltleistung und den Nutzerkomfort nachhaltig zu verbessern. Zugleich wird die Maßnahme als Chance zur architektonischen Neuordnung genutzt, um dem Ensemble unter Wahrung des von Mardko Solotareff geprägten modernistischen Geistes wieder Kohärenz und Klarheit zu verleihen.

Client : Région Île-de-France, Île-de-France Construction Durable

Standort : Saint-Denis, Frankreich

Surface : 24 830 m²

Status : In Bearbeitung

Key points

  • Energetische Sanierung.
  • Groß angelegte Bildungseinrichtung
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Energetische Sanierung als Instrument architektonischer Gestaltung

Die energetische Sanierung des Paul-Éluard-Gymnasiums wird als echtes Instrument der architektonischen Neuordnung verstanden. Die Außendämmung der Fassaden führt zwangsläufig zu einer Weiterentwicklung der ursprünglichen Architektursprache, bietet jedoch zugleich die Gelegenheit, die im Laufe der Zeit entstandenen Erweiterungen und Ergänzungen zu einem kohärenten Gesamtbild zusammenzuführen.

Mit diesem Eingriff wird das Gymnasium in eine neue Entwicklungsphase überführt – sowohl hinsichtlich seiner Umwelt- und Energieperformance sowie des Nutzerkomforts als auch in Bezug auf sein architektonisches Erscheinungsbild. Dabei bleibt der ursprüngliche modernistische Geist des Ensembles gewahrt.

Ein dauerhafter Sockel

Als gemeinsames Element der acht betroffenen Gebäude erstreckt sich der Sockel von Baukörper zu Baukörper wie ein Band, das den bestehenden Geometrien folgt und sowohl das Verwaltungsgebäude als auch das Eingangsgebäude mit Pförtnerloge umhüllt. Er bildet die Basis für die Unterrichts- und Wohngebäude, die durch ihre horizontalen Linien und großzügigen Fensterbänder geprägt sind.

Aus verklebten Langformatziegeln ausgeführt, nimmt er Bezug auf die bestehenden Natursteinverkleidungen des Vorplatzes und fügt sich harmonisch in die landschaftliche Umgebung ein. Im Kontrast dazu hebt er die Leichtigkeit der außenliegenden Verbindungsgalerien sowie der überdachten Pausenhalle besonders hervor.

 

 

 

Vereinheitlichung der Fensterelemente

Die einheitliche Gestaltung der Fensterelemente trägt wesentlich zur Entwicklung einer gemeinsamen architektonischen Sprache bei. Die ursprünglichen langen Fensterbänder werden bei einigen Gebäuden durch die Einführung verputzter, geschlossener Wandfelder neu gegliedert, während die ursprünglich einzeln angeordneten Fensterrahmen des Gebäudes T optisch zu kohärenten Einheiten zusammengefasst werden.

In Verbindung mit einer zurückhaltenden und klar lesbaren Neugestaltung des Schuleingangs, die innerhalb des bestehenden Campusgeländes erfolgt, entsteht so ein neues, einheitliches, nachhaltiges und auf der Ebene des gesamten Standorts gut wahrnehmbares Erscheinungsbild.

 

 

 

Vereinheitlichung durch Farbe

Diese Vereinheitlichung trägt dazu bei, die Gesamtwahrnehmung des Campus zu schärfen und seine Lesbarkeit zu verbessern. Der Weißton wird auf den Hauptfassadenflächen durchgängig eingesetzt – unabhängig davon, ob es sich um Putzfassaden, Verkleidungen, Sandwichpaneele der Unterrichtsgebäude oder transluzente Polycarbonatfassaden der Sporthallen handelt.

Ein heller Grauton kennzeichnet die metallischen Bauteile aus Stahl oder vorlackiertem Aluminium, die Fenster- und Türrahmen, Geländer sowie die Vordächer, Dachüberstände und Betonplatten der außenliegenden Erschließungsgalerien. Diese chromatische Kontinuität vereinfacht die Wahrnehmung der Baukörper und stärkt die einheitliche Gesamtidentität des Gymnasiums.

Durch die Transformation der Gebäudehülle geht das Projekt über die reine Verbesserung der Energieeffizienz hinaus und schafft eine neue architektonische Kohärenz, die nachhaltig ist und auf der Ebene des gesamten Standorts klar wahrgenommen werden kann.

Nutzungsqualität und Funktionalität

Das energetische Sanierungsprojekt legt besonderes Augenmerk auf den Nutzerkomfort. Dabei werden die räumlichen und lichtbezogenen Qualitäten der Bestandsgebäude bewahrt und zugleich ihre Funktionalität verbessert. In den ursprünglichen Gebäuden A, G und S bleiben die bandartigen Fenster sowie der sogenannte „Kinoeffekt“ in den Unterrichtsräumen und den an den Fassaden gelegenen Bereichen erhalten. Dezent in die Fassadentiefe integrierte, verstellbare Sonnenschutzlamellen gewährleisten einen wirksamen Sonnenschutz, ohne Ausblicke und Tageslichteinfall zu beeinträchtigen. Zur Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes wird die Höhe der Fensterbänder angepasst und punktuell durch reflektierende opake Paneele ergänzt, um übermäßige solare Einträge zu begrenzen.

Die zugänglichen Fassaden werden einheitlich gestaltet und mit Öffnungselementen ausgestattet, die den Anforderungen an Barrierefreiheit und Sicherheit entsprechen. Öffnungsbegrenzer können von den Rettungskräften von außen entriegelt werden, und die Sonnenschutzeinrichtungen lassen sich für Wartungs- und Rettungseinsätze außer Kraft setzen. Im Gebäude G erhalten die zum Innenhof gerichteten Treppenhäuser eine neue Ausgestaltung: Die bestehende Leichtbaufassade wird durch verglaste Pfosten-Riegel-Fassaden mit integrierten festen Sonnenschutzlamellen ersetzt, wodurch der Tageslichteinfall, die Blickbeziehungen zum Campus sowie die visuelle Verbindung zum Hof verbessert werden.

Die innere und äußere Erschließung bleibt in ihrer ursprünglichen Organisation erhalten. Die außenliegenden Verbindungsgalerien und die überdachte Pausenhalle werden qualitativ aufgewertet: Die Tragstrukturen werden neu beschichtet, und die bestehenden Verkleidungen durch helle, transluzente Elemente ersetzt. Auch das Prinzip der Wegeführung und Zugangskontrolle bleibt bestehen, mit dem Erhalt der Einfriedungen, der Pförtnerloge mit Zugangsschleuse sowie der freien Wegebeziehungen. Die Eingangstüren der Gebäude werden jedoch erneuert und an das Kontrollsystem der Pförtnerloge angeschlossen.

Schließlich werden die Innenraumqualitäten so weit wie möglich bewahrt: Bestehende Bodenbeläge bleiben erhalten, abgehängte Decken werden nur dort angepasst, wo es technisch erforderlich ist, und Ausbauarbeiten beschränken sich auf die Bereiche, die von der Installation neuer Anlagen betroffen sind. Fensterrahmen und Beleuchtungskörper werden erneuert, um Komfort und Leistungsfähigkeit zu verbessern – in einem maßvollen Ansatz, der den Bestand respektiert und auf die langfristige Nachhaltigkeit der Nutzung ausgerichtet ist.

Team

Patriarche (Architektur, Innenarchitektur, TGA- und Generalfachplanung, Umweltqualität im Bauwesen (QEB), Kostenplanung, BIM, Städtebau, Landschaftsarchitektur, Signaletik)
Autumn | Patriarche (Generalunternehmer)
Partner: Delhom Acoustique, Omega Alliance, Loxam, SAS Climater Maintenance

Credits

©Patriarche

 

 

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